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Vertriebsteam

CRM für Softwarevertrieb: 9 Kriterien für die Auswahl

CRM für Softwarevertrieb auswählen: 9 Kriterien statt Preisvergleich, eine Pipeline-Vorlage und eine Checkliste, damit euer Team das System wirklich nutzt.

Moritz ZettnerMoritz Zettner02. November 20267 Min. Lesezeit
ONRECORDBlogVertriebsteamDas richtige CRM finden
Die Suche nach dem passenden CRM für Softwarevertrieb endet in vielen Unternehmen bei einer Tabelle mit Preisen und Funktionslisten. Ein paar Wochen nach der Einführung pflegt dann trotzdem niemand die Deals, der Forecast stimmt nicht und die Geschäftsführung fragt im Meeting wieder nach, „wie es gerade aussieht“. Das Problem ist selten das Tool. Es ist die fehlende Struktur dahinter.
In diesem Artikel bekommt ihr keine Preisübersicht, die in drei Monaten veraltet ist. Ihr bekommt Kriterien, mit denen ihr jedes System prüfen könnt, eine Vorlage für eure Pipeline und eine Checkliste für die Auswahl.

Das Wichtigste in Kürze

  • Erst den Vertriebsprozess definieren, dann das CRM auswählen. Ein Tool ersetzt keine Struktur.
  • Entscheidend sind Bedienbarkeit im Alltag, Pipeline-Logik, Integrationen (Telefonie, E-Mail, Termine) und sauberes Reporting.
  • Ein CRM ist nur so gut wie die Daten, die euer Team einträgt. Pflichtfelder und klare Regeln sind wichtiger als Zusatzfunktionen.
  • Wir nutzen bei OnRecord selbst Pipedrive. Das ist ein Erfahrungswert, keine Empfehlung für jedes Unternehmen.

Warum das CRM im Softwarevertrieb so wichtig ist

Software wird im B2B selten im ersten Gespräch verkauft. Zwischen Erstkontakt und Unterschrift liegen typischerweise mehrere Termine, eine Demo, Rückfragen aus der IT, manchmal ein Testzugang und eine Freigabe durch die Geschäftsführung. Wer diese Schritte nicht sauber dokumentiert, verliert Deals nicht an den Wettbewerb, sondern an das Vergessen.
Dazu kommt: Im Softwarevertrieb arbeiten oft mehrere Rollen am selben Kunden. Ein Opener vereinbart den Termin, ein Closer führt die Demo, später übernimmt jemand das Onboarding. Welche Rollen es gibt und wie sie zusammenspielen, erklären wir im Beitrag zu Rollen im Vertriebsteam für den Softwarevertrieb. Ohne gemeinsames CRM gehen bei jeder Übergabe Informationen verloren.

CRM für Softwarevertrieb: 9 Kriterien, die wirklich zählen

Die folgenden Kriterien helfen euch, Anbieter neutral zu vergleichen. Bewertet jedes Kriterium für eure Situation von 1 bis 5 und gewichtet die drei wichtigsten doppelt.

1. Bedienbarkeit im Vertriebsalltag

Wie viele Klicks braucht ein Vertriebler, um nach einem Telefonat die nächste Aktivität anzulegen? Wenn die Antwort „zu viele“ lautet, wird es nicht gemacht. Lasst bei der Testphase die Leute klicken, die das System später täglich nutzen, nicht nur die Geschäftsführung.

2. Pipeline-Logik und Phasen

Ihr solltet eure eigenen Phasen abbilden können, mit klaren Kriterien, wann ein Deal in die nächste Phase wandert. Mehrere Pipelines (zum Beispiel Neukunden und Upsell) sind für viele Softwareanbieter sinnvoll.

3. Aktivitäten und Wiedervorlagen

Jeder offene Deal braucht eine nächste Aktivität mit Datum. Ein gutes CRM zeigt euch sofort, welche Deals keine nächste Aktivität haben. Das ist im Alltag eine der wertvollsten Ansichten überhaupt.

4. Integration von Telefonie und E-Mail

Anrufe und E-Mails sollten automatisch am Kontakt landen. Wenn euer Team manuell protokollieren muss, fehlen nach kurzer Zeit genau die Informationen, die ihr für die Übergabe braucht.

5. Terminbuchung

Wird ein Termin über ein Buchungstool vereinbart, sollte er im CRM beim richtigen Deal auftauchen. Prüft, ob diese Verbindung nativ funktioniert oder ob ihr eine Zwischenlösung braucht.

6. Reporting und KPIs

Ihr wollt auf einen Blick sehen, wie viele Aktivitäten, Termine, Demos und Abschlüsse es pro Woche gibt und wie sich die Pipeline entwickelt. Welche Kennzahlen dafür sinnvoll sind, lest ihr im Ratgeber zu Vertriebs-KPIs für SaaS.

7. Rechte und Rollen

Arbeitet ihr mit externen Vertriebspartnern, sollten diese nur ihre eigenen Deals sehen. Ein sauberes Rechtekonzept schützt eure Daten und schafft Klarheit, wem welcher Kunde zugeordnet ist.

8. Datenschutz und Hosting

Klärt, wo die Daten gespeichert werden, ob ein Auftragsverarbeitungsvertrag angeboten wird und wie ihr Kontakte bei Bedarf löschen könnt. Holt im Zweifel eure Datenschutzberatung dazu.

9. Skalierbarkeit

Was heute für drei Personen funktioniert, muss auch mit zehn funktionieren. Fragt euch, ob Automationen, zusätzliche Pipelines und mehr Nutzer ohne Systemwechsel möglich sind.
Tipp: Ein CRM ist nur ein Baustein. In unserer kostenfreien Videoschulung „Das Wachstumssystem für Softwareunternehmen“ zeigt Moritz Zettner in 22 Minuten, warum viele Softwareunternehmen intern alles automatisiert haben, im Vertrieb aber noch auf Zufall setzen, und wie ihr das ändert. Jetzt Videoschulung ansehen

Erst die Pipeline, dann das Tool

Bevor ihr Anbieter testet, schreibt eure Pipeline auf. Eine einfache Vorlage für den B2B-Softwarevertrieb kann so aussehen:
  1. Lead qualifiziert: Passt zum Ideal Customer Profile, Ansprechpartner bekannt.
  2. Erstgespräch vereinbart: Termin steht im Kalender.
  3. Bedarf bestätigt: Problem, Budgetrahmen und Entscheidungsweg sind geklärt.
  4. Demo durchgeführt: Die Lösung wurde am konkreten Anwendungsfall gezeigt.
  5. Angebot versendet: Mit Termin für die Besprechung.
  6. Verhandlung: Einwände und Freigaben werden geklärt.
  7. Gewonnen oder verloren: Immer mit Verlustgrund.
Wichtig ist, dass jede Phase ein klares Austrittskriterium hat. Wie die einzelnen Phasen im Detail aussehen, beschreiben wir im Beitrag zum Vertriebsprozess im B2B-SaaS.

Wie wir selbst arbeiten: ein Beispiel aus unserem Stack

Bei OnRecord nutzen wir Pipedrive als CRM, Aircall für die Telefonie, Zeeg für die Terminbuchung und Brevo für E-Mails. Für uns funktioniert diese Kombination, weil die Pipeline-Ansicht im Alltag schnell ist und sich die Tools gut verbinden lassen. Das heißt nicht, dass es für jedes Softwareunternehmen die beste Wahl ist. Wer bereits stark in einem anderen Ökosystem arbeitet, fährt mit einem dort integrierten CRM unter Umständen besser.
Was wir in unseren Projekten oft sehen: Nicht das gewählte Tool entscheidet, sondern ob es klare Regeln gibt. Welche Felder sind Pflicht? Wer pflegt welche Phase? Wann wird ein Deal als verloren markiert? Diese Regeln gehören schriftlich festgehalten, am besten zusammen mit Skripten und Leitfäden in einem gemeinsamen Vertriebshandbuch.

Typische Fehler bei der CRM-Einführung

  • Zu viele Felder: Jedes zusätzliche Pflichtfeld senkt die Bereitschaft, Daten zu pflegen. Startet mit dem Minimum.
  • Keine Verlustgründe: Ohne sie lernt ihr nichts aus verlorenen Deals.
  • Altdaten ungeprüft importieren: Doppelte und veraltete Kontakte machen das System von Tag eins an unübersichtlich.
  • Kein Onboarding: Ein kurzes Training mit echten Beispielen spart später viele Rückfragen.
  • Reporting ohne Routine: Ein Dashboard bringt nur etwas, wenn es in einem festen Wochentermin besprochen wird.

Checkliste für eure CRM-Auswahl

  • Pipeline-Phasen mit Austrittskriterien sind definiert.
  • Zwei bis drei Anbieter sind in der engeren Auswahl.
  • Die späteren Nutzer haben die Testphase aktiv begleitet.
  • Telefonie, E-Mail und Terminbuchung sind angebunden oder die Anbindung ist geprüft.
  • Rechte für interne und externe Vertriebler sind geklärt.
  • Datenschutzfragen sind mit der zuständigen Stelle abgestimmt.
  • Pflichtfelder und Pflegeregeln sind dokumentiert.
  • Ein wöchentlicher Pipeline-Termin steht im Kalender.

Fazit

Das beste CRM für Softwarevertrieb ist das, das euer Team jeden Tag nutzt und das eure Pipeline ehrlich abbildet. Wer zuerst Prozess, Rollen und Kennzahlen klärt, trifft die Toolentscheidung deutlich leichter und muss seltener wechseln.
Genau diese Struktur aus Pipeline, CRM, KPI-System und Leitfäden bauen wir im Rahmen von Sales Team Enablement gemeinsam mit Softwareunternehmen auf. Wenn ihr wissen wollt, wo euer Vertrieb gerade steht, sprecht uns gern für eine kostenfreie Analyse an.

Häufige Fragen

Brauchen wir als kleines Softwareunternehmen überhaupt ein CRM?

Sobald mehr als eine Person verkauft oder ihr mehr als eine Handvoll offener Deals habt, lohnt sich ein CRM erfahrungsgemäß. Eine Tabelle stößt schnell an Grenzen, vor allem bei Wiedervorlagen und Übergaben. Startet lieber früh mit einer schlanken Struktur.

Ist Pipedrive das beste CRM für den Softwarevertrieb?

Wir nutzen Pipedrive selbst und kommen gut damit zurecht. Ob es für euch passt, hängt von euren Prozessen, euren bestehenden Tools und eurer Teamgröße ab. Prüft jedes System anhand der Kriterien oben.

Wie lange dauert eine CRM-Einführung?

Das hängt vor allem davon ab, wie klar euer Vertriebsprozess bereits ist und wie viele Altdaten ihr übernehmt. Die technische Einrichtung ist meist der kleinere Teil. Mehr Zeit braucht es, Regeln festzulegen und das Team zu schulen.

Was ist wichtiger: Funktionen oder Datenqualität?

Datenqualität. Die beste Automation bringt nichts, wenn Deals ohne nächste Aktivität oder ohne Verlustgrund im System liegen. Wenige, gut gepflegte Felder sind mehr wert als viele leere.
Moritz Zettner
Über den AutorMoritz ZettnerGründer von OnRecord

Moritz Zettner hat OnRecord 2021 gegründet und seitdem über 70 Unternehmen beim Aufbau ihres Vertriebs begleitet – mit Fokus auf B2B-Softwareunternehmen. Er ist Geschäftsführer von Zettner Brands.