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Vertriebsteam

Gesprächsleitfaden Software-Demo: Vorlage für Erstgespräch

Gesprächsleitfaden für die Software-Demo mit Vorlage: So strukturiert ihr Erstgespräch und Demo, zeigt nur Relevantes und vereinbart den nächsten Schritt.

Moritz ZettnerMoritz Zettner02. November 20266 Min. Lesezeit
ONRECORDBlogVertriebsteamLeitfaden für die Demo
Die Demo ist im Softwarevertrieb oft der Moment, in dem sich ein Deal entscheidet. Trotzdem laufen viele Demos nach demselben Muster ab: Der Vertriebler teilt den Bildschirm und klickt sich 45 Minuten durch alle Funktionen. Ein guter Gesprächsleitfaden für die Software-Demo sorgt dafür, dass ihr stattdessen genau das zeigt, was für euer Gegenüber relevant ist, und am Ende ein klarer nächster Schritt steht.
In diesem Artikel bekommt ihr einen Leitfaden für Erstgespräch und Demo, den ihr direkt als Vorlage übernehmen und an eure Software anpassen könnt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Trennt Erstgespräch und Demo, wenn eure Software erklärungsbedürftig ist: erst verstehen, dann zeigen.
  • Eine gute Demo zeigt nicht alle Funktionen, sondern die Lösung für die zwei bis drei wichtigsten Probleme des Kunden.
  • Jedes Gespräch endet mit einem konkreten, terminierten nächsten Schritt.
  • Ein einheitlicher Leitfaden macht Gespräche im Team vergleichbar und neue Vertriebler schneller sicher.

Warum ein Gesprächsleitfaden für die Software-Demo wichtig ist

Ohne Leitfaden hängt die Qualität jeder Demo von der Tagesform des Vertrieblers ab. Mit Leitfaden habt ihr einen Standard, an dem sich alle orientieren und den ihr gezielt verbessern könnt. Ein Leitfaden ist dabei kein starres Skript zum Ablesen, sondern eine Struktur mit den wichtigsten Fragen und Übergängen.
Der größte Nutzen zeigt sich bei neuen Teammitgliedern und externen Vertriebspartnern: Sie müssen nicht erst monatelang herausfinden, wie ein gutes Gespräch abläuft, sondern starten mit einer bewährten Struktur.

Erstgespräch und Demo: zwei Termine oder einer?

Bei einfacher Software mit kurzem Entscheidungsweg kann beides in einem Termin stattfinden. Bei erklärungsbedürftiger Fachsoftware empfehlen wir in unseren Projekten meist zwei getrennte Termine:
  • Erstgespräch (20 bis 30 Minuten): Ausgangslage, Probleme, Ziele und Entscheidungsweg verstehen. Prüfen, ob der Kunde zum Ideal Customer Profile passt.
  • Demo (45 bis 60 Minuten): Die Software anhand der Probleme aus dem Erstgespräch zeigen, idealerweise mit allen Entscheidern.
Der Vorteil: Ihr könnt die Demo gezielt vorbereiten, und der Kunde sieht, dass ihr zugehört habt. Wo diese Termine im Gesamtprozess stehen, beschreiben wir im Artikel zu den Phasen im B2B-SaaS-Vertriebsprozess.

Vorlage: Leitfaden für das Erstgespräch

1. Einstieg und Agenda (2 bis 3 Minuten)

„Danke für Ihre Zeit. Mein Vorschlag für die nächsten 30 Minuten: Ich würde gerne verstehen, wie Sie heute arbeiten und wo es hakt. Danach erzähle ich kurz, was wir machen, und wir schauen gemeinsam, ob ein nächster Schritt sinnvoll ist. Passt das für Sie?“

2. Ausgangslage verstehen (8 bis 10 Minuten)

  • Wie läuft der Prozess, um den es geht, heute bei Ihnen ab?
  • Welche Tools oder Lösungen nutzen Sie dafür aktuell?
  • Wie viele Personen sind daran beteiligt?

3. Probleme und Ziele herausarbeiten (8 bis 10 Minuten)

  • Was funktioniert dabei aktuell nicht so, wie Sie es sich wünschen?
  • Was kostet Sie das im Alltag, etwa an Zeit, Fehlern oder Nerven?
  • Was wäre für Sie ein gutes Ergebnis in sechs Monaten?
  • Warum ist das Thema gerade jetzt relevant?

4. Entscheidungsweg klären (3 bis 5 Minuten)

  • Wer ist neben Ihnen an einer Entscheidung beteiligt?
  • Wie laufen solche Entscheidungen bei Ihnen typischerweise ab?
  • Gibt es einen Zeitrahmen, bis wann eine Lösung stehen soll?

5. Nächster Schritt (2 bis 3 Minuten)

„Nach dem, was Sie erzählt haben, sehe ich vor allem bei Punkt A und B Potenzial. Ich würde Ihnen gerne in einer Demo zeigen, wie das konkret bei Ihnen aussehen könnte. Wer sollte dabei sein, und wann passt es?“ Bucht den Termin direkt im Gespräch.
Tipp: Ein guter Leitfaden ist nur ein Teil eines planbaren Vertriebs. In unserer kostenfreien Videoschulung „Das Wachstumssystem für Softwareunternehmen“ zeigt Moritz Zettner in 22 Minuten, wie Leadgenerierung, Gespräche und Abschluss bei Softwareunternehmen zusammenspielen. Jetzt Videoschulung ansehen

Vorlage: Leitfaden für die Software-Demo

1. Rückblick und Ziel (5 Minuten)

Fasst zusammen, was ihr im Erstgespräch gelernt habt, und lasst es bestätigen: „Im letzten Gespräch haben Sie erzählt, dass … Stimmt das noch, oder hat sich etwas geändert?“ Fragt neue Teilnehmer nach ihrer Rolle und ihren Erwartungen.

2. Die Lösung am Problem zeigen (25 bis 35 Minuten)

Zeigt für jedes der zwei bis drei wichtigsten Probleme, wie eure Software es löst. Arbeitet dabei nach diesem Muster:
  1. Problem benennen: „Sie hatten gesagt, dass die Abstimmung zwischen Vertrieb und Buchhaltung viel Zeit kostet.“
  2. Lösung zeigen: Nur die Funktionen, die dieses Problem lösen.
  3. Nutzen übersetzen: „Damit entfällt der Abgleich per E-Mail.“
  4. Rückfrage stellen: „Wäre das bei Ihnen so umsetzbar?“
Verzichtet auf Funktionen, die mit den Problemen des Kunden nichts zu tun haben. Mehr Funktionen erzeugen eher Verwirrung und neue Fragen.

3. Fragen und Einwände (10 Minuten)

Plant bewusst Zeit für Fragen ein. Typische Themen sind Einführung, Datenschutz und Preis. Wie ihr auf die häufigsten Bedenken reagiert, lest ihr im Artikel zu Einwänden im Softwarevertrieb.

4. Abschluss und nächster Schritt (5 Minuten)

  • „Wie bewerten Sie das, was Sie gesehen haben?“
  • „Was müsste noch geklärt werden, damit Sie entscheiden können?“
  • „Wie wollen wir weitermachen?“
Vereinbart einen konkreten nächsten Schritt mit Datum, etwa die Angebotsbesprechung oder einen Testzugang mit festem Auswertungstermin.

Checkliste zur Vorbereitung jeder Demo

  • Notizen aus dem Erstgespräch gelesen und die zwei bis drei Kernprobleme festgelegt
  • Demo-Umgebung mit realistischen Beispieldaten aus der Branche des Kunden vorbereitet
  • Teilnehmer und ihre Rollen bekannt
  • Antworten auf erwartbare Fragen zu Datenschutz, Einführung und Integration parat
  • Termin für den nächsten Schritt vorbereitet, Kalender offen
  • Gesprächsnotiz direkt im Anschluss ins CRM eintragen

Typische Fehler in Software-Demos

  • Feature-Tour statt Problemlösung: Der Kunde sieht alles, aber nicht, was er braucht.
  • Zu viel Reden: Wenn der Vertriebler fast die ganze Zeit spricht, erfährt er zu wenig über den Kunden.
  • Fehlende Entscheider: Die Demo überzeugt die falsche Person, die dann intern alles nacherzählen muss.
  • Kein nächster Schritt: „Wir melden uns“ ist kein Termin.
Im Sales Team Enablement entwickeln wir mit euch Skripte und Gesprächsleitfäden, die auf eure Software und Zielgruppe zugeschnitten sind, und schulen euer Team darin.

Fazit

Ein Gesprächsleitfaden für die Software-Demo sorgt dafür, dass ihr zuerst versteht und dann zeigt. Die Trennung von Erstgespräch und Demo, der Fokus auf wenige Kernprobleme und ein fester nächster Schritt machen eure Gespräche erfahrungsgemäß deutlich zielgerichteter. Nutzt die Vorlagen oben als Ausgangspunkt und verbessert sie mit jedem Gespräch.
Wenn ihr eure Gesprächsführung im Team vereinheitlichen wollt, sprecht mit uns darüber, wie das bei euch aussehen kann.

Häufige Fragen

Wie lange sollte eine Software-Demo dauern?

Das hängt von der Komplexität eurer Software ab. Für erklärungsbedürftige B2B-Software haben sich 45 bis 60 Minuten bewährt, inklusive Zeit für Fragen. Wichtiger als die Dauer ist, dass ihr nur zeigt, was für den Kunden relevant ist.

Sollte man den Preis schon in der Demo nennen?

Wenn der Kunde danach fragt, solltet ihr nicht ausweichen. Ein grober Rahmen schafft Vertrauen und verhindert, dass ihr Zeit in unpassende Deals investiert. Das konkrete Angebot folgt dann im nächsten Schritt, abgestimmt auf den tatsächlichen Bedarf.

Was tun, wenn in der Demo etwas nicht funktioniert?

Bleibt ruhig, sprecht es offen an und zeigt die Funktion später oder per Aufzeichnung. Eine gut vorbereitete Demo-Umgebung mit stabilen Testdaten reduziert dieses Risiko deutlich.

Muss jeder im Team denselben Leitfaden nutzen?

Die Struktur sollte einheitlich sein, die Formulierungen dürfen persönlich bleiben. So werden Gespräche vergleichbar, ihr erkennt, wo Deals verloren gehen, und neue Vertriebler finden schneller ihren Rhythmus.
Moritz Zettner
Über den AutorMoritz ZettnerGründer von OnRecord

Moritz Zettner hat OnRecord 2021 gegründet und seitdem über 70 Unternehmen beim Aufbau ihres Vertriebs begleitet – mit Fokus auf B2B-Softwareunternehmen. Er ist Geschäftsführer von Zettner Brands.